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Indie
Pop
New Wave
Synth Pop
Electronic
NenesButler

Eine Reise zur inneren Freiheit (Q&A Today: julakim)

Q&A Today: julakim 

"Shooting Star" (julakim, julakim Trio, Chris Cacavas)

..., die neueste Veröffentlichung einer Serie, die unterschiedlicher nicht sein könnte und doch im Kontext aller Vorgänger steht. 
(c) by the artist (julakim, julakim Trio)
julakim thematisiert in diesem Song eindrucksvoll die Akzeptanz von Gewalt und Zerstörung und wie wir diese als Normalität inszenieren. Das Spannungsfeld zwischen Realität und Illusion wird durch Musik und Text unterstrichen. 
"Shooting Star" weist auf die gefährliche Fragmentierung unserer Wahrnehmung hin, in der ein und dasselbe Ereignis von verschiedenen Menschen oft völlig unterschiedlich interpretiert wird, je nach deren Illusionen und Überzeugungen. Der Song lädt dazu ein, kritisch zu hinterfragen, was wir als Realität akzeptieren, und zu erkennen, wie sehr unsere Sprache und unsere Wahrnehmung unser Bewusstsein prägen. Was wir aus diesem Moment der Klarheit machen, bleibt uns überlassen und regt zu einer tieferen Reflexion über unser gesellschaftliches und persönliches Handeln an.



Q&A

Hallo und herzlichen Glückwunsch zur Nominierung in der Kategorie „Grenzgänge“ für den Preis der deutschen Schallplattenkritik (PdSK). Welche Emotionen und Gedanken löst diese Nominierung bei dir aus?

Ich habe mich unglaublich gefreut und war wirklich überrascht! Diese Nominierung durch unabhängige Musikkritiker*innen und -journalis*tinnen zeigt mir, dass ich als Musikerin, Komponistin und Künstlerin wahrgenommen werde. 
Als Quereinsteigerin aus der Architektur habe ich mir im vergangenen Jahr bewusst Zeit genommen, dieses Gesamtkunstwerk aus Musik, Kunst, Graphik, Spiel, Philosophie und Videokunst zu entwickeln. Die Nominierung bestätigt für mich, dass ich trotz meines interdisziplinären Ansatzes die Musik nicht vernachlässigt habe – im Gegenteil: Die Vielfalt und die Grenzüberschreitungen meiner Musik werden nicht nur wahrgenommen, sondern auch geschätzt und gewürdigt.

Mit „Shooting Star“ präsentierst du einen Titel, der im Ende einen neuen Anfang sieht. Liegt diesem Werk ein besonderes Ereignis zugrunde oder entstand es eher durch eine Verkettung glücklicher Zufälle – wobei Zufälle ja auch ihre eigene Logik haben?

Mit dem provokanten Slogan „Mord? Selbstmord? Wünsch dir was!“ habe ich SHOOTING STAR angekündigt. Mir fällt immer wieder auf, wie oft wir Gewalt und Zerstörung unkritisch hinnehmen. Gerade in Politik und Gesellschaft zeigt sich das erschreckend deutlich. Wir erleben eine fragmentierte Wahrnehmung der Realität – dieselben Ereignisse werden völlig unterschiedlich interpretiert.
(c) by the artist (julakim, julakim Trio)
Das Bild der Sternschnuppe verdeutlicht das: Sie verglüht, verendet – und wir? Wir wünschen uns einfach was. SHOOTING STAR erzählt davon, wie eine inszenierte Realität perfekt erscheint, bis man erkennt, dass sie nur eine Illusion war – und damit alles verloren geht.
Musikalisch greift der Song genau diese Gegensätze auf. Das minimalistische, hypnotische Intro beginnt mit einem einsamen Schlagzeug-Beat – wer fängt schon so an? Die Orgel-Vibrationen von Chris Cacavas verleihen dem Song eine fast kosmische Weite, während die chromatische Tonfolge abschließend zu jeder Strophe eine schwebende Unruhe erzeugt. Major-Septakkord klingt wie ein ungelöstes Versprechen – passend zur Illusion, die sich durch den Song zieht. In der ruhigen Strophe senkt sich die Stimme tief, fast resigniert, bevor das Ende einen starken Bruch macht: Das Flageolett-Signal erinnert an den Herzmonitor im Krankenhaus – ein letzter Herzschlag, bevor die Linie stillsteht. Die Orgel vibriert weiter, als würde sich die Unendlichkeit des Universums selbst in den Klang einschreiben.
Unsere Sprache formt unser Bewusstsein. SHOOTING STAR zeigt, wie Realität inszeniert wird – bis sie sich als Illusion entlarvt. Diese Erkenntnis trifft uns, ob in persönlichen, gesellschaftlichen oder politischen Fragen. Was bleibt, ist der Moment der Klarheit – und die Frage, was wir daraus machen.

Rückblickend auf das Album: Welcher Song hat sich als „Troublemaker“ herausgestellt und welcher war sofort „im Kasten“?

Für mich gab es keinen Troublemaker – zumindest nicht im klassischen Sinne. Ich arbeite mit einer Intuition, die Stimmigkeit schafft, sei es in der Musik, den Videos oder der bLuz?-Landkarte. Natürlich steckt in allem viel Arbeit, aber oft ist es eine Kette intuitiver Entscheidungen, in denen sich kreative Prozesse synchronisieren. Die Idee ist mit der Haltung bereits da.
Wir haben das Album in nur vier Tagen aufgenommen – mit zwei Tagen Proben davor. CREDO war sofort im Kasten, obwohl (oder gerade weil) wir es vorher nie gespielt hatten. Es gibt eine besondere Magie darin, das Ungeschliffene, Rohe authentisch stehen zu lassen. Dass euer Blog CREDO als ‚Juwel der Klangkunst‘ bezeichnet hat, zeigt mir, dass Mut nicht nur belohnt wird – sondern sich in Haltung potenziert.

Ein Konzeptalbum, das zweifellos seine Nominierung verdient hat: Kannst du jeden Song in drei Worten für unsere Leser beschreiben?

Drei Worte? Das ist eine Herausforderung – denn bLuzLand ist als Lichtuniversum der Dualitäten konzipiert. Jeder Song trägt zwei Begriffe in sich, die Spannung erzeugen … mit einer kleinen Ausnahme!

TROP SERIEUX: Startenergie & Beschneidung
INNER LIGHT: Introspektion & Strahlen
LUZ: Licht & Blendung
VERSEHEN: Kontrolle & Selbstbestimmung
BORBOLETA: Traum & Transformation
CREDO: Chaos & Kosmos
SIMPLICIDADE: Einfachheit & Komplexität
CONSTRUÇÃO: Flexibilität & Statische Struktur
ARAPSI: Verlust & Verbindung
AUF SEINE WEISE: Leise & Laut
TRÊS (dt. drei): bricht mit der Dualität!
SHOOTING STAR: Illusion & Realtiät


Lichtreflexionen im Korsett der Normen: Eine Reise zur inneren Freiheit
(...unsere kurze Geschichte zu bLuzLand)
Sie (könnte natürlich auch ein "er" sein) war voller Hoffnung und Träume und begann ihre Reise in einer weiten Welt. Noch bevor sie ihre Flügel ausbreiten konnte wurde sie durch die Normen und Erwartungen in ein gesellschaftliches Korsett gezwängt, das sie kaum atmen lies. Doch in der stillen Reflexion entfaltete sich ihre innere Energie und erhellte die Umgebung, so sehr, dass auch ihre Sicht getrübt wurde. 
Ihr Drang nach Selbstbestimmung kollidierte natürlich mit den starren Vorgaben der Gesellschaft und so begann in der nächtlichen Ruhe ein Wandel aus der sich eine neue Realität formte. Aus dem Chaos innerer Konflikte kristallisierte sich nun plötzlich eine tiefe Ordnung heraus. Aus dieser heraus entwickelte sie die Fähigkeit sich anzupassen und lernte das Überwinden von starren Strukturen, denn sie erkannte dass die wahre Harmonie darin liegt, Gegensätze zu überwinden und die verzerrte Wahrnehmung der Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen.


Und für das Gesamtwerk eine Beschreibung in einem Satz (ich weiß, das ist nicht viel, aber das ist die Herausforderung :) )?

bLuzLand ist kein Album, sondern ein Sprung in zwei untrennbare Seiten des Lichtuniversums – von komplexen Strukturen bis zu einfachen Punk-Momenten, die je nach Perspektive schillern.

Steht nun das große Durchatmen an oder geht es nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ weiter?

Ich finde, wir können bLuzLand noch weiter zelebrieren. Nach einer kurzen Auszeit geht es dann auf Tournee nach Brasilien und Argentinien, wo ich das Album auch dort vorstellen werde. Parallel zeigt sich, dass sich die Dualität von bLuzLand – das Gelb/Schwarz – weiter ins gesamte Farbenspektrum entfalten wird. Mehr dazu verrate ich heute aber noch nicht :)

Eine LP ist heutzutage durchaus etwas Besonderes. Welche Herausforderungen musstet Ihr/du auf dem Weg zur Veröffentlichung überwinden?

(c) by the artist (julakim, julakim Trio)
Kreativ zu sein, fällt mir erstaunlich leicht – aber wahrgenommen zu werden, ist die eigentliche Herausforderung. Die Medienlandschaft orientiert sich immer stärker an Klickzahlen, und in den sozialen Medien bleiben unabhängige Künstler*innen oft unsichtbar, selbst wenn sie eine große Followerschaft haben. Ich nutze keine Algorithmen-Tricks oder Filter, aber ich merke, dass meine Beiträge von Post zu Post unterschiedlich angezeigt oder gefiltert werden. Vor allem Inhalte, die freigeistig oder unkonventionell sind, erhalten oft nicht die Reichweite, die sie eigentlich haben sollten.
Deshalb ist es umso bedeutender, dass die Nominierung für den Preis der deutschen Schallplattenkritik aus einem unabhängigen Kreis kommt. Trotzdem zeigt sich auch hier, dass in sozialen Medien wenig Resonanz darauf zu finden ist. Es gibt einfach zu viel digitalen Lärm – um Menschen wirklich zu berühren, braucht es den richtigen Rahmen. Ein Club ist nicht dasselbe wie eine Galerie oder ein Konzertsaal – und genau das gilt auch für digitale Räume.

Und abschließend: Welches ist momentan dein persönlicher Lieblingssong auf der Platte?

Im Moment ist mein persönlicher Lieblingssong auf der Platte SIMPLICIDADE (dt. Einfachheit), weil er für mich der Sommerhit ist. Ich wünsche mir, es wäre schon Sommer! Im Video spiegeln sich Lichtreflexionen auf/unter dem Wasser – ein Moment völliger Entspanntheit, in dem Zeit und Raum fast aufgelöst scheinen. Eine Person ist zu erkennen, aber es geht mehr um das Schillern dieses Augenblicks, um eine hyperaktive und zugleich ruhige Welt. Der Song beginnt mit den Zeilen: ‚Frische Gedanken unter der Sonne an einem Morgen im August‘ – im Original ‚Pensamento fresco / Sob o Sol de uma manhã de agosto‘ – und genau dieses Gefühl fängt er für mich perfekt ein.



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